header

Willkommen am Steinengraben

 

Liebe Menschen, im Sinne der Transparenz wenden wir uns mit dieser Homepage an die Öffentlichkeit, an Euch. 

Wir wollen Euch Einblick hinter die Fassaden des Steinengrabens ermöglichen. Ein erster Versuch dazu scheiterte, da unser „Tag der offenen Tür“ per Anwalt mit der Drohung einer fristlosen Kündigung leider verboten wurde. Es ist uns aber ein Anliegen, dass möglichst viele Menschen die Möglichkeit erhalten, sich eine eigene Meinung zum geplanten Abriss dieses wunderschönen und günstigen Wohn – und Lebensraums zu bilden.

Die Argumente gegen das Abbruch-Begehren dieser letzten, 140 Jahre alten Perlen am Steinengraben, im Besitz der Helvetia Versicherungen sind vielschichtig. Unter der Rubrik "Überblick" findet Ihr unser Argumentarium. Weiter rechts in der Navigation könnt Ihr unter "Stimmen" das Medienecho studieren und Euch unter "Statements" mitteilen. 

Wir wollen hiermit den Diskurs zum Erhalt dieser Häuser eröffnen – und hoffen auf Einsehen der Helvetia Versicherung, auch im Sinne der sozialen Verantwortung gegenüber der heutigen Wohnungsmarktentwicklung Basels. Es wäre grotesk wenn keine Übergangslösung, für die benötigte Büro/Gewerbefläche für den Zeitraum 2018-2020 bei einer Büroleerstandsrate von 75'500 m2 in Basel gefunden werden würde.

 


Aktueller Stand

Keine Weihnachten am Steinengraben 36

"Seit vier Generationen ist es bei uns die Tradition das Weihnachtsfest am Steinengraben zu zelebrieren. Die ganze Familie versammelte sich im 1. Stock im Salon, in dem sich jedes Jahr ein prachtvoller, bis zur Decke ragender Weihnachtsbaum befand. Es wurde gegessen, gefeiert, gelacht und einfach eine gute Zeit zusammen verbracht. Die Jahre vergingen und wir wussten, dass es das letzte Weihnachtsfest sein wird, an dem mein geliebter Grossvater noch bei uns sein wird. Die Cousinen und Cousins versammelten sich in dem Zimmer, in dem mein Grossvater seinen ersten, wie auch seinen letzten Atemzug gemacht hat. Wir standen im Kreis um sein Krankenbett mit unseren Blockflöten und gaben unser Bestes, ihm die traditionellen Weihnachtslieder vor zu spielen. Auch wenn er nicht mehr richtig reagierte, wussten wir alle, dass er dies sehr genoss. Nach dem Tod meines Grossvaters verbrachten wir das Weihnachtsfest nicht mehr im schönen Salon, sondern in unseren Räumlichkeiten im 3. Stock. Auch im ausgebauten Estrich war viel Platz vorhanden, doch die Feste waren nicht mehr die selben, da sich nicht mehr die ganze Familie versammelte. Nur meine Grossmutter, meine Eltern, mein Bruder und ich feierten das Fest zusammen. Ein paar Jahre darauf war dann meine Grossmutter leider auch nicht mehr unter uns, doch für uns war klar, dass diese Feste trotzdem am Steinengraben stattfinden werden. Als es dann soweit kam, dass mein Vater das Haus an die National Suisse verkaufen musste und ein neues Zuhause fand, durfte ich als 4. Generation zur Miete in die Wohnung, in der ich meine ganze Kindheit und Jugend verbrachte. Klar war, dass die Weihnachtsfeste weiterhin bei uns stattfinden werden. Nun ist das Ende des Jahres 2016 bald erreicht und die Geschichte unserer Familie am Steinengraben 36 wird zu Ende geschrieben. Ich bin gezwungen mein Urgrosseltern-, Grosseltern- und Elternhaus zu verlassen. Diese Weihnacht wird für mich sehr traurig, da ich weiss, dass es das erste Jahr ist, an dem kein Fest in dem Haus gefeiert wird."

 von Aline Burckhardt 

 

 

 

 

Newsletter # 005 

Sehr geehrte Unterstützer*Innen des Wohn- und Lebensraums am Steinengraben

Zurück aus den Sommerferien gilt es ernst am Steinengraben. Wir haben den Termin der Verhandlung zugestellt bekommen und auch die Petition zum Erhalt des Wohnraumes am Steinengraben wird eingereicht.

 

1. Augenscheinverhandlung vom 31. August 2016

Am kommenden Mittwoch findet eine sogenannte Augenscheinverhandlung betreffend unserem Rekurs statt. Das bedeutet, die Rekurskommission wird sich vor Ort über unsere Rekursschrift und die Argumente der beiden Parteien beraten. Wir freuen uns darüber, dass sich die Kommission ein Bild vor Ort machen möchte, anstatt in einer sterilen Büroatmosphäre zu entscheiden. Die Verhandlung als solches ist nicht öffentlich. 

 

2. Petitionsübergabe

Kurz vor der Verhandlung übergeben wir unsere gesammelten Unterstützungsbekundungen. Falls jemensch noch ausgefüllte Petitionsbögen hat: Bitte uns bis zum 29. August unbedingt zukommenlassen! Wenn jemand noch nicht unterschrieben haben sollte, kann man dies gerne am Samstag am Wasserstrassenfest tun! Wir haben dort einen Stand.

Die Petitionsübergabe findet am Dienstag, 30. August 2016 statt: Zwischen 11.00 Uhr und 12.00 Uhr werden wir die Petition im Rathaus am Marktplatz der Regierung übergeben.

 

Wir verlegen unsere Mittagspause zum Marktplatz und zeigen nebenbei, dass nicht nur der Steinengraben von der Wohnraumisère geplagt ist. Dazu sind Sie, UnterstützerInnen und Unterstützer herzlich eingeladen! 

Wir wollen eine möglichst öffentlichkeits-wirksame Übergabe machen und sind auf ihre Unterstützung angewiesen. Kommt zahlreich! Und leitet den Newsletter weiter.

Des weiteren halten wir Sie auf dem Laufenden sobald wir mehr wissen.

 
Mit freundlichen Sommergrüssen,
die Nachbarschaft am Steinengraben

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die am 20. Oktober 2015 vollzogene Übernahme der National Suisse durch die Helvetia ist nun Tatsache. An der Situation der fünf bedrohten Wohnhäuser hat sich jedoch nicht viel geändert. Aufgrund diverser Einsprachen von verschiedensten Parteien (Bewohner, Nachbarn, umliegende Geschäfte, Mieterinnen- und Mieter Verband etc.) hat die Helvetia ihr Bauvorhaben vor dem bevorstehenden Bewilligungsmarathon zurückgezogen, angepasst und am 15.7.15 erneut publiziert. Mit der minimalsten Abänderung des Projekts wurden gleichzeitig auch alle bereits erwähnten Einsprachen für nichtig erklärt. Trotz der kurzen Reaktionszeit, von einer Frist für erneute Einsprachen bis zum 14.8.15, wurden wieder von diversen Leuten Einsprachen eingereicht.

Der Wohnraum am Steinengraben ist leider immer noch akut vom Abriss bedroht. Die Bewohner_innen und der Mieterinnen- und Mieter Verband Basel appellieren an die Bevölkerung und die Regierung der Stadt-Basel, sich für den Erhalt des betroffenen Wohnraumes stark zu machen. Wichtig für das Verständnis dieser Kampagne ist, dass es den Bewohnenden und den engagierten Organisationen, welche für den Erhalt der Häuser kämpfen, keinesfalls um einen persönlichen Vorteil geht. Das Ziel ist, dass diese Häuser, der Wohnraum und der historische Wert der Bevölkerung und der Stadt auch zukünftig erhalten bleiben.

Ein offener Dialog und konstruktive Vorschläge, welche die verschiedensten Interessensgruppen einander näher bringen und schliesslich zu einer gemeinsamen Lösung führen sind unumgänglich. Wir bitten sie darum, die Petition für die Erhaltung des Wohnraumes am Steinengraben zu unterzeichnen und uns wenn möglich Vorschläge, Kontakte, ihre Interessen und Meinungen mittzuteilen.

Ein offenes Ohr ist garantiert! steinengraben@gmail.com

 

Mit bestem Dank und auf eine lebendige Zukunft


News

30.11.2015

 

Offener Brief an die Helvetia Versicherungen

Sehr geehrte Damen und Herren

Das Netzwerk Wohnungsnot ist ein loser Zusammenschluss sozialer Einrichtungen, die bei aller Verschiedenheit der Tätigkeitsfelder und der Trägerschaften Eines gemeinsam haben: Sie sind alle in ihrer täglichen Arbeit direkt mit der Problematik Wohnungs- und Mietzinsnot in Basel konfrontiert.

Wir beraten und unterstützen Menschen, die aufgrund sehr unterschiedlicher Ursachen keine für sie bezahlbare Wohnung finden. Das sind schon länger nicht mehr ausschliesslich sogenannte Randständige, sondern immer mehr auch Menschen aus dem Mittelstand. Diese gemeinsame Betroffenheit hat uns zum ungewöhnlichen Schritt bewogen, mit einem offenen Brief an Sie zu gelangen. Denn die Helvetia Versicherungen hätten es in der Hand, einen Beitrag zur Linderung der akuten Wohnungsnot in Basel zu leisten.

Wir sprechen von den Häusern am Steinengraben 30 bis 36, die in Ihrem Besitz sind und nun einem Bürokomplex mit einzelnen teuren Wohnungen weichen sollen. Die Häuser sind in einem guten Zustand und vor allem: Die Mieten sind günstig. Jede günstige Wohnung, die im Raum Basel verschwindet, verschärft die Wohnungsnot. Denn es sind vor allem Haushalte mit geringem Einkommen, für die bezahlbarer Wohnraum fehlt. Die Situation ist alarmierend. Beim Verein für Gassenarbeit Schwarzer Peter sind rund 350 Personen ohne festen Wohnsitz gemeldet. Es ist uns nur noch selten möglich, für die Menschen, die wir beraten und betreuen, geeignete Wohnungen zu finden. Betroffen sind Jugendliche und Betagte, Alleinstehende, Familien mit Kindern und Alleinerziehende. So konnten zum Beispiel bei IG Wohnen, Soziale Wohnungsvermittlung, vor 2013 ca. 50% der Personen eine Wohnung vermittelt werden. Mittlerweile sind es nur noch 35%.

Vor diesem Hintergrund appellieren wir an Sie, auf ihren Entscheid, die Häuser am Steinengraben abzureissen, zurückzukommen. An Büroräumlichkeiten herrscht in Basel kein Mangel, sehr wohl aber an günstigem Wohnraum. Werden die Häuser am Steinengraben abgerissen, verschwinden günstige Wohnungen unwiderruflich und die Situation auf dem Wohnungsmarkt verschärft sich weiter. Die Chancen für jene Menschen, die mit unserer Unterstützung eine Wohnung suchen, sinken spürbar.

 

Wir sind gerne bereit, Ihnen in einem Gespräch die Problematik aus erster Hand zu schildern. Umgekehrt hoffen wir auf Ihre Bereitschaft, zusammen mit den jetzigen Bewohnerinnen und Bewohnern Alternativen zu einem Abriss der Häuser am Steinengraben zu prüfen. Denn ein Erhalt dieser günstigen Wohnungen wäre für die Wohnsituation in Basel enorm wichtig. Zudem könnten Sie damit einen kleinen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge leisten. Denn Wohnungsnot macht Menschen krank.

Näheres zu den Häusern und den Anliegen der BewohnerInnen finden Sie unter www.steinengraben.ch

Mit freundlichen Grüssen
Für Das Netzwerk Wohnungsnot:
Kontakt: Schwarzer Peter – Verein für Gassenarbeit, Michel Steiner 

IG Wohnen, Anne Plattner
Genossenschaft Mietshäuser Syndikat,
BastA!, Tonja Zürcher
Heilsarmee Wohnen Basel, Thomas Baumgartner, Kristina Caceres Jugendberatung JuAr Basel, Christoph Walter
Caritas beider Basel, Bettina Zeugin