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Steinengraben Heute

Die vier Liegenschaften am Steinengraben 30-36 gehören zu den letzten Altbauten der Strasse. Insgesamt wohnen über 20 Menschen in den Häusern. Die Bewohnenden, deren Familie das Haus mit der Nummer 36 während vier Generationen gehörte, haben zuletzt zur Miete gewohnt. Das Haus steht nun leer. In den übrigen Liegenschaften wird weiter gewohnt. Die Bewohner_innen stecken in verschiedensten Lebenssituationen und unterscheiden sich in Alter und Tätigkeiten. So befinden sich darunter Menschen in Ausbildung sowie Studierende, selbstständige Gastrounternehmer_innen, Lehrer_innen und Handwerker, aber auch Künstler und Musiker_innen.

 

Uns verbindet vor allem Eines. Aufgrund eines niedrigen Einkommens sind wir auf günstigen Wohnraum angewiesen. Solcher Wohnraum, wie es ihn auf städtischem Boden immer wie weniger gibt, da kontinuierlich und konsequent günstige Wohnungen ohne Ersatz abgerissen werden. Somit ist klar, dass es für uns alle schwierig werden würde, nach einer allfälligen Kündigung eine neue Bleibe zu finden. Speziell bei der gegenwärtigen Lage auf dem Basler Wohnungsmarkt. Daher haben wir uns, zusammen mit dem Mieterverband, dazu entschlossen, gegen den drohenden Abriss am Steinengraben vorzugehen. Wir lieben diese Häuser, halten diese gemeinschaftlich im Stand und wollen sie nicht einem anonymen Büroneubau weichen sehen.

Deshalb haben wir den Verein "Für die Erhaltung des Wohnraumes am Steinengraben" gegründet. Dieser Verein setzt sich für eine vielfältige Stadtentwicklung für alle ein und wehrt sich gegen rein profitorientierte Abrisse von Wohnliegenschaften. Zusammen mit dem Mieterverband konnten wir im Dezember 2014 ein Baubegehren der Helvetia mittels Einsprachen stoppen. Nun sehen wir uns mit einem neuerlichen Versuch der Versicherung konfrontiert, die Häuser abzureissen. Doch auch dieses Mal werden wir nichts unversucht lassen, dieses Vorhaben zu stoppen. Erneut kam es zu zahlreichen Einsprachen der Mieterschaft sowie aus der direkten Nachbarschaft. Die Einsprachen wurden abgeschmettert. Wir haben die Begründungen, für diesen aus unserer Sicht negativen Entscheid,  nicht nachvollziehen können und in Absprache mit unserer Rechtsvertretung die Entscheidungen angefochten.

 

Vor der Baurekurskommission haben wir betreffend der Aussparung für die Ersatzpflanzungen Recht bekommen. Die Helvetia Versicherung hat diesen Entscheid ans Verwaltungsgericht weitergezogen. Auch wir haben die Entscheidungen abermals angefochten, denn wir sehen das geltende Recht und deren Auslegung nicht nur in den Aussparungen der Bäume verletzt, sondern nach wie vor in allen von uns angeführten Punkten. Wie werden weiterkämpfen!

 

Für lebendige und spannende Wohnhäuser am Steinengraben und überall in Basel.